Begegnung mit den Heilern Amazoniens

Salomon Karli mit Don Luis Panduro

Im näheren und ferneren Umkreis der weltgrößten Enklave Iquitos finden wir eine namhafte Tradition herkömmlichen medizinischen Wissens in unterschiedlicher Gestalt. Da die Praxis dieses Wissens in ein soziales Umfeld der Armut und der Ungebildetheit eingebettet ist, erfährt sie in der Hand der die "Medizin" Ausübenden jede nur mögliche Einfärbung, - bis hin zur Scharlatanerie. Der vom Nimbus des Dschungels angezogene Reisende, der eine Begegnung mit dem "Schamanismus" sucht - eine Begriffsprägung, deren Inhalt dem Einheimischen bis vor kurzem unfassbar blieb - soll daher mit dieser Netzseite eine gewissenhafte Grundlage zur Hand gestellt bekommen, um zum einen seine Reise in unser Amazonien unvergesslich und erfolgreich zu gestalten, und um zum anderen im Vorfeld kurzweilige, hoffentlich erbauliche Wortspenden in Schriftform studieren zu können, die seine Phantasie anregen und zu weiterer Reifung zukünftiger Unternehmungen beitragen möchten.

Im Dschungelcamp "Otorongo" (benannt nach Südamerikas größter Wildkatze) finden Sie, werte Leserin, werter Leser, Kontakt mit einer gewissenhaft geprüften Auswahl erlebenswerter Heiler, die zu den besten ihres Faches gezählt werden können. Die Lage des Camps in besonderer Abgeschiedenheit im Urwald trägt in Verbund mit den unvergesslichen Nachtzeremonien und der Einnahme von Kraftpflanzen mit dazu bei, dass im Besucher ein tiefschürfender Prozess ausgelöst wird, der ab dann nie mehr zum Erliegen kommt. Ein solcher Prozess stellt sich, wenn er auf Vertrauen in unsere Betreuung zurückgreifen kann, schlussendlich auch Hindernissen und Leid. Darüber hinaus will die Gastfreundschaft des langgedienten Personals der Eremitage "Otorongo" dem Besucher in bester loretanischer Lebensfreude eine glückliche Zeit in naturbelassenem Ambiente bescheren.

Begegnung mit dem Großmeister Don Agustin Rivas Vásquez

    Reisen nach Peru

  • 25.August - 8.September 2007 (Yushintaita)
  • 30.November - 20.Dezember 2007 (Yushintaita und Otorongo)
  • 1.März - 15.März 2008 (Otorongo)
  • 1.August - 15.August 2008 (Yushintaita)
  • 1.Dezember - 20.Dezember 2008 (Yushintaita und Otorongo)
Don Agustin im Zeremonialgewand

Agustin Rivas Vásquez, 72, zählt heute zu den renommiertesten Medizinmännern, die auf internationaler Ebene Anerkennung gefunden haben. Er ist möglicherweise der höchstdekorierte "Schamane" in Peru und bekleidet den Rang eines "Altomando Murallo". Seine Auftritte am Schamanenkongress Alpbach 1998 und seine Besuche in Österreich über ein Jahrzehnt lang haben einem weiten Kreis von Interessenten einen Eindruck zu seiner Person und seiner Arbeitsweise vermittelt. Zusätzlich sind Filme und eine Biographie erschienen, die von seiner Arbeit in Peru erzählen. Don Agustin betreibt in der Nähe seines Heimatdorfes Tamshiyacu sein Heilcamp "Yushintaita". Es dient der Suche nach Frieden, Heilung und Einsicht. Die Besucher erfahren eine auf sie zugeschnittene Behandlung. Die Begegnung findet auf mehreren Ebenen statt: Durch morgendliche und nächtliche Reinigungsrituale; durch Tabakzeremonien; durch die Einnahme verschiedener Pflanzen aus dem botanischen Garten; durch, wenn gewünscht, rigorose Diäten, durch Wanderungen im Dschungel; durch sorgfältige Besprechungen; durch Heilzeremonien.
Don Agustins Ausbildung verlief zum einen an der Hand eines Meisters, und zum anderen durch mehrjähriges isoliertes Leben im Dschungel von Pucallpa unter Einhaltung strenger Vorschriften. Schamanen unterscheiden sich durch den Grad der Durchdringung bzw. Besetzung von Geistern und damit einhergehend der Stärke der Trance während einer spirituellen Sitzung. In Yushintaita handelt es sich um nächtliche Ayahuasca-Zeremonien. Don Agustin lebt beinahe ständig in einer spirituellen Welt, auch wenn die Rücksichtslosigkeit seiner Lektionen der/dem Betreffenden nicht diesen Eindruck vermittelt. Die Pflanzen, die er kennt, d.h. jene, die er über Monate hinweg eingenommen hat, sprechen zu ihm in Gestalt von Geisterscheinungen und ordnen die Behandlung eines Kranken in dieser oder jener Form an. Don Agustin ist kein Wundertäter. Ihm sind Grenzen gesetzt. Auch dem Kranken sind Grenzen gesetzt, wenn er sich nicht der eigenen Verwicklung stellt. Der Heilungsprozess, der in Yushintaita in Gang gesetzt wird, hat ausgesprochen spirituellen Charakter, und duldet keine Lügen oder falsches Leben. Dies gilt zuallererst für Lügen in der Partnerschaft. An allen Besuchern ist innerhalb kurzer Zeit eine äußerliche Veränderung wahrzunehmen. Das Zeitgefühl schwindet. Man schläft viel. Die Träume sind intensiv. Der Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre ist überwältigend. Der Regen meditativ. Da ein Schamane, ohne sich dessen immer gewahr zu sein, von höherer Bewusstheit durchtränkt ist oder sein Leben direkt von außen gesteuert wird, haben alle seine Äußerungen, so unscheinbar sie sein mögen, Gewicht, speziell die Empfehlungen für die Zeit nach der Rückkehr. Darüber hinaus wirken die eingenommenen Pflanzen energetisch bis zu einem Jahr im Körper nach. Der Geist der Pflanze kommuniziert mit dem Bewusstsein des Besuchers und lehrt ihn. In der Umgebung Don Agustins passieren immer seltsame Dinge. Der Medizinbaum

Weder die Pflanzen, die die Besucher einnehmen, noch der "Mapacho"- Tabak, den man pafft bzw. aus der Pfeife raucht, sind Drogen, auch wenn sie uns zu vertieftem Bewusstsein führen. Es sind Pflanzen, die seit Jahrtausenden im Dschungel wachsen und seit Jahrtausenden von den Indios in ritueller Form eingenommen bzw. angewendet werden.


Programm einer 14- bzw. 16 tägigen Reise in den peruanischen Amazonasdschungel

1.Tag: Abflug am Abend nach Madrid von Wien Schwechat mit Iberia. Gratis-Übernachtung in einem 4*-Hotel am Flughafen oder im Zentrum von Madrid.

1.Tag (alternativ): Abflug frühmorgens nach Madrid von einem deutschen Flughafen oder - für Schweizer - von Zürich mit Iberia. Weiterflug nach Lima zu Mittag mit Iberia.

2.Tag: Reichhaltiges spanisches Frühstücksbuffet im Hotel. Transfer zum Flughafen. Abflug zu Mittag. Ca. 12-stündiger Transatlantikflug von Madrid nach Lima mit Iberia. Ankunft gegen 18.30 Uhr Ortszeit Lima, d.h. bei Sonnenuntergang (MESZ = 1.30 Uhr morgens). Fahrt im Bustaxi zum deutschen Gästehaus in den Luxusstadtteil Surco, 3*-Qualität, incl. Swimmingpool und deutschem Humor.

3.Tag: Aufstehen um 6.30h morgens. Frühstück. Abfahrt im Bustaxi zum Flughafen. Abflug nach Iquitos um 8.45h. Ankunft 11.00h. Empfang durch Don Agustin. Transfer in die Stadt. Geldwechseln, Kauf von Gummistiefeln. Mittagessen. Fahrt zum Tourismushafen Huayquito. Abfahrt um 14.00h mit dem Schnellboot. Ankunft in Tamshiyacu um 15.00h. Einstündiger Fußmarsch in den Dschungel zum Camp "Yushintaita". Gehbehinderte und Kranke werden von Don Agustin selbst mit dem Motorrad gefahren. Bezug der Zimmer bzw. Betten, Frischmachen, Abendessen. 20 Uhr: Vorstellung der Reiseteilnehmer im Zeremonialhaus.

4.Tag: 6.00h morgens, rituelle Einnahme der Latexmilch Ojé, einem exquisiten Reinigungsmittel gegen Parasiten. 9.30h Ende der Prozedur. Leichtes Frühstück. Schlafen. 13.00h Mittagessen. Nachmittags Einreiben mit dem Extrakt der Huito-Frucht, die den Körper bis zur Abreise blau färbt. Möglichkeit zum Kauf von persönlichen Ritualpfeifen. Foto Zeremonienhaus in Yushintaita

5.Tag: Vorbesprechung für die nächtliche Ayahuasca-Zeremonie mit Einweihung der persönlichen Pfeifen. Zeremonienbeginn 19.00h, Ende gegen 1.00h morgens.

6.Tag: Einnahme von vorbereiteten Medizinen noch vor dem Frühstück. Nachbesprechung. Wanderung in den Dschungel, Suche von Intentionsstäben.

7.Tag: Meditation im Dschungel, Eingrabung im Quarzsand zwecks Ableitung des elektromagnetischen Stresses unseres Körpers. Abends zweite Ayahuasca-Zeremonie.

8.Tag: Nachbesprechung. Individualkonsultationen. Abends Tabakzeremonie und Konfrontation mit der eigenen negativen Energie.

9.Tag: Wanderung nach Otorongo, Don Agustin's ehemaligem Ausweich-Camp. Abends, noch in Otorongo, dritte Ayahuasca-Zeremonie.

10.Tag: Nachbesprechung. Rückkehr nach Yushintaita. Abends Ausführungen durch Don Agustin über den Curanderismo und seine Wege des Lernens.

11.Tag: Exkursion in den Wald. Vierte und letzte Ayahuasca-Zeremonie.

12.Tag: Rituelles Verbrennen der Intentionsstäbe. Nachbesprechung. Verabschiedung.

13.Tag: 8.00 morgens Rückkehr nach Tamshiyacu. Besuch der Privatschule Don Agustin's, "Ceipso". Vorgezogenes Mittagessen, danach Abfahrt nach Iquitos mit dem Schnellboot. Bezug des Hostals. Fahrt zum Markt von Belén, Kauf individueller Pflanzen und Medizin unter Begleitung von Don Agustin. Rest des Nachmittags zur freien Gestaltung. Abendessen an der Uferpromenade des Rio Itaya.

14.Tag: Abflug nach Lima gegen 9.00 Uhr. Transfer zum Gästehaus. Wahlweise Entspannen, Besuch des Pazifikstrandes oder des Indianermarktes in Miraflores in welchem hochwertige, sehr preisgünstige Wollkleidung angeboten wird, oder gänzlich eigenständiges Gestalten. Um 17.00h gemeinsame Rückkehr zum Flughafen. Gegen 20.00h Abflug nach Europa mit Iberia.

15.Tag: Ankunft in Madrid gegen 15.00h Ortszeit. Übernachtung am Flughafen (Wien-Reisende) oder Weiterflug zu deutschen Flughäfen. (Für Reisende über deutsche Flughäfen dauert die Reise somit 14 Tage).

16.Tag: Gegen 9 Uhr Abflug von Madrid nach Wien mit Iberia, Ankunft in Wien Schwechat gegen 12 Uhr mittags.

Zusatzbemerkung: Die angegebenen Programmpunkte sind Eckpunkte eines bewährten Ablaufes. Gleichwohl sind sie vom Wetter abhängig und somit nicht auf einen bestimmten Tag festgelegt. Darüber hinaus kann Don Agustin Veränderungen entsprechend persönlicher Entscheidung vornehmen.

Programm für eine Zusatzwoche in Otorongo, Don Agustins ehemaligem Kraftplatz im tiefen Dschungel

Don Luis Panduro Vásquez, Curandero Otorongo ist ein medizinisches Camp, das sich vorwiegend der praktischen Einführung in den Curanderismo in Form von längerfristigen Diäten widmet. Es wurde 1994 von Don Agustin gemäß einer Vision, die er erhielt, errichtet, und von Dr.Himmelbauer nach dem Zusammenbruch des Zeremonialbaus durch Termitenfraß im Jahr 2001 wieder aufgebaut. Don Agustin behielt die Patronanz über dem Camp, das sich in der Hauptsache durch seine magische Einsamkeit, elementare Zeremonien, die Möglichkeit, sich auf Monate zurückzuziehen, und stimmungsvolle Erzählungen über phantastische Begebenheiten auszeichnet. Camp Otorongo

13.Tag: Nach dem Frühstück Zusammenpacken und 1,5-stündiger, abenteuerlicher Fußmarsch nach Otorongo. Einquartieren, Begrüßung des Baumes des Chuyachaqui, des Schutzgeistes des Waldes. Baden, Mittagessen. Abends Erzählungen von Zeitzeugen zur Geschichte Amazoniens. Sakrale Abend-Meditation im Tempel unter Einnahme eines Schluckes Pflanzenmedizin.

14.Tag: 4 Uhr morgens, Einnahme von Ajo Sacha, paradigmatische Pflanze zum Begrüßen der Wildnis. Nach dem Frühstück Exkursion in Kleingruppen in den Wald. Baumstudium. Nachmittags Plausch mit Don Luis Panduro, Meisterschüler Don Agustins und verdienstvoller Curandero. Abends Ayahuasca-Zeremonie mit Don Agustin und Luis Panduro sowie Teilnehmern aus dem Dorf.

15.Tag: Nachbesprechung. Analyse einiger ausgewählter Icaros durch Don Luis Panduro. Suche von Blättern zur Herstellung einer "Chakapa", dem Handwedel eines traditionellen Curanderos. Nachmittags frei, abends ganznächtige religiöse Versenkung im Tempel unter Begleitung von Doña Eugenia Medina Tananta, 66, der erfahrensten Vegetalistin im Dorf.

16.Tag: 4 Uhr morgens: Ajo Sacha. Ausschlafen, später Aufsuchen von individuellen Kraftplätzen und Konfrontation mit der Absicht der Schöpfung. Abends Ayahuasca.

17.Tag: Nachbesprechung. Nachmittags Beredung von Angelpunkten des schamanistischen Heilsystems, entsprechend der Interessenslage der Teilnehmer.

18.Tag: 4 Uhr morgens wiederum Ajo Sacha. Ganztägiges individuelles Arbeiten in Abgeschiedenheit am Lebensprojekt "Rekapitulation". Abendmeditation im Tempel mit Minimaldosis einer Pflanze.

19.Tag: Verabschiedung. Rückmarsch und -Fahrt nach Tamshiyacu, Einschiffung nach Iquitos. Bezug des Hostals. Fahrt zum Markt von Belén, Kauf individueller Pflanzen und Medizin. Rest des Nachmittags zur freien Gestaltung. Abends optionale Ayahuasca-Zeremonie bei Don Solon Tello, 78, dem angesehensten Spiritisten in Iquitos.

20.Tag: Abflug nach Lima gegen 9.00 Uhr. Weiteres siehe oben Programm "14 Tage".

21.Tag: Madrid, mit Weiterflug in deutsche Städte.

22.Tag: Weiterflug für Madrid-Übernachter nach Wien u.a.