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Medizinische Vorkehrungen

Impfungen nach persönlichem Gutdünken und ärztlichem Ratschlag, im Prinzip jedoch für den Bundesstaat Loreto nicht notwendig . Empfehlenswert bei längerem Dschungelaufenthalt in den Bundesstaaten Ucayali und Madre de Dios.

Reiseapotheke

(im Koffer zu transportieren): Gut geschliffene Nagelschere, Pflaster verschiedener Größen, Desinfektionstinktur, Heilsalbe, eine Salbe zur Linderung von Mückenstichen; eine Mullbinde, Klebestreifen oder Haken zum Befestigen von Binden. Kohle-Tabletten, Antibiotika (sofern verfügbar), Aspirin. Sonnenschutzcremen ab Faktor 15. Antimückenmilch, sofern Sie darauf vertrauen, oft helfen auch Vitamin-B-Tabletten. Traubenzucker, Brausetabletten. Vom Arzt verschrie-bene Medikamente.

Handgepäck

Ein dem Rücken Luft zuführender Wanderrucksack auf Gestell mit Haltevorrichtung für Wasser-Flasche. Nummernschlösser für Taschen. Eine geräumige mehrfächrige, außen getragene Bauchtasche für Geldbörse, Zigaretten, Feuerzeug etc. Wollen Sie im Anschluss an den Aufenthalt in Amazonien noch eine individuelle Rundreise vornehmen, empfehlen wir zusätzlich einen Geldgurt, der unverdächtig in die Hose eingefädelt wird. Fotoapparat mit Film und genügend Batterien. Ein warmer Pullover, Jacke, Kopfbedeckung gegen Klimaanlage; lange, warme Hose, sofern nicht bereits angezogen. Geld, Bankomat-Karte, Pass, Ticket, Brillenetui, Buch, Wörterbuch, Schreibzeug, Tagebuch, eine Wasser-Flasche samt Inhalt, Kaugummi oder Bonbons zum Mundauffrischen; stabile, jedoch leichte Trekking Schuhe für trockenes Terrain bereits angezogen.

Reisegepäck

Ein Seemannssack oder geräumiger Reiserucksack, eventuell auch Koffer. Alle Reißverschlüsse mit Nummern-Schloß versperrt. Regenhaut für den Rucksack. Badeschlapfen (auch in Tamshiyacu erhältlich), Sportschuhe oder Sandalen, Socken, Unterwäsche, T-Shirts in ausreichender Menge, Badehose bzw. -anzug; ein Badetuch. 2-3 kurze, luftige Safari- oder Sporthosen. Warmer Pyjama, eine lange, warme Jean. Ein langärmeliges Flanellhemd, ein leichtes, langärmeliges Hemd. Ein oder mehrere große Baumwolltücher zum Schweißabwischen bzw. als Piratenkopfschutz gegen Luftgeister, die Klimaanlage im Flugzeug und zum Schutz gegen den Fahrtwind auf dem Río Amazonas.

Für die Nachtzeremonien (optional, nicht obligat): 1 lange, warme, weiße Baumwollhose; 1 langärmeliges, weiches, weißes Hemd; 2 Paar warme, lange, dicke Baumwollstutzen; eventuell ein Pullover oder eine Weste; eine hochwertige Taschenlampe samt Batterien; Fotos von Verwandten oder Lieben; Talismane.

Hinweis: Schmutzige Kleidung wird von den Wäscherinnen im Camp täglich gewaschen.

Klima

Das Wetter in Amazonien hat sich so wie in ganz Peru in den letzten 5 Jahren teilweise drastisch verändert, weswegen die nachfolgenden Hinweise die Beschreibung einer Situation darstellen, wie sie einmal war, aber gleichzeitig Rüstzeug „für alle Fälle“ bieten möchten: In der Gegend von Iquitos unterscheiden wir „Trockenzeit“ – von Mai bis November – und „Regenzeit“, von Dezember bis Ende April. In der Regenzeit regnet es nachts häufig und ausreichend, zeitweise auch untertags. Der Amazonas steigt um 5 bis 7 Meter. Das Leben kommt während des Regens – mit Ausnahme spielender Kinder – zum Erliegen. Wenn die Sonne scheint, herrschen wegen der Äquatornähe sofort Badetemperaturen, die Schwüle ist drückend. Die Nächte sind, wenn es Wind gibt, frisch. Im Gegensatz dazu ist der Sommer – die Trockenzeit – durch mehrtägige Trockenperioden gekennzeichnet. Die Tage sind heiß und durch das heftige Schwitzen zum Abnehmen geeignet. Man holt sich binnen Minuten einen Sonnenbrand. Die Nächte sind schwül. Die letzte Augustwoche ist seit alters her eine besondere Periode, in der zeitweise kalte Fallwinde von den eigentlich weit entfernt liegenden Anden ins Amazonasbecken strömen und heftige Verkühlungen hervorrufen können. (Der 31.August, „Santa Rosa“, gilt im Volksmund als heimtückischer Tag). Die Winde sind in jeder Hinsicht gefährlich. Lungenentzündung ist im Dschungel eine Volkskrankheit. Mit den Regenperioden gehen üblicherweise Mückenplagen am Abend einher, gegen die man sich effizient nur durch wirklich dicke Kleidung und Gummistiefel sowie durch peruanische Hausmittel schützt. Ansonsten helfen nur Mapachos, Fatalismus und das schnelle Verschwinden ins geschützte Bett.
Das Wetter in Amazonien ist bisweilen sehr wechselhaft und nicht vorhersagbar. Nirgendwo sonst gibt es mehr Regenbögen als hier. Generell ist es ratsam, ausreichend warme Kleidung mit eingepackt zu haben. Für Fahrten mit dem Schnellboot auf dem Amazonas sollte man sich warm anziehen und gegen den Fahrtwind schützen.

Fauna und Flora

Der Amazonasdschungel zeichnet sich durch eine in der Welt einzigartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren aus. Während es zu den Pflanzen an dieser Stelle wenig zu sagen gibt, muß zur Tierwelt eine Anmerkung gemacht werden. Größte Gefahr sind Vipern, von denen alle am Boden lebenden tödlich sein können. Diese finden sich im Unterholz und auf Lichtungen mit reichlich trockenem Laub, wo normalerweise Menschen nicht gehen. Aus diesem Grund wird von unvorsichtigen Erkundungen des Dschungeldickichts abseits der Wege ohne Führer kategorisch abgeraten. Zwischenfälle mit Schlangen wurden bisher nur bei Einheimischen bekannt, die Felder anlegen und dabei das Unterholz mit der Machete freischlagen, oder unvorsichtig herum streifen.  Mit Touristen hat es seit Beginn der Unternehmungen keine Zwischenfälle mit negativen Folgen gegeben. Gleichwohl möchten wir darauf hinweisen, daß viele Besucher, die länger bleiben, ominöse Begegnungen mit Tieren (Ameisenbär, Wildschwein, Fledermaus, Leguan, Affen und vor allem das verspielte, neckische Opossum) erleben. Das nimmt angesichts der Nähe des „Herrn des Waldes“, Yushin, dem großen Magier, nicht wunder. Riesenschlangen (Boas) wie die Anakonda jagen nur nachts und haben kein vordringliches Interesse, mit Menschen in Herbergen Bekanntschaft zu schließen. Jaguare flüchten durch den Zivilisationsdruck bzw. durch die rücksichtslose Bejagung vor Menschen. Rehe und Tapire werden bei Tag nur selten gesichtet und sind extrem scheu. Affen sind scheu, doch wegen der Sicherheit, die ihnen das Anwesen bietet, am Rande der Schlafhäuser angesiedelt. Das größte Übel sind Mücken und Gelsen in der Abend-dämmerung bzw. in den ersten Abendstunden sowie die unvermeidlichen Küchenschaben, die sich vor allem durch Schweißgeruch angezogen fühlen. Es gibt keine Piranhas in unseren Bächen, im Gegenteil: Das Wasser beinahe aller Bäche ist trinkbar. Im Amazonas, der „Mutter aller Ströme“, leben Süßwasserdelfine. Direkt im Hafen Tamshiyacus ist ein Paar heimisch und kann fotografiert werden. Sichtet man die grauen, bringen sie Glück. Die rosaroten sind gefürchtet und mythenumwoben. Es gibt hunderte von Erzählungen, in denen diese sich in hellhäutige Menschen verwandeln und im Dorf umherstreifen. Die „Bufeos“ sind hervorragende Gitarrenspieler und von betörender Schönheit. Die von ihnen becircten Menschen folgen ihnen willenlos in den Fluß, wo sie, in Städten in einer anderen Welt lebend, auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Obwohl die Loretaner leidenschaftliche, ja rücksichtslose Jäger und Fischer sind, würde es niemandem auch nur im Entferntesten einfallen, einen Delfin zu töten. Unheil über der ganzen Familie wäre gewiß. Im großen Fluß, der wahren und einzigen Autorität im Tiefland, gibt es eine unvergleichliche Zahl an Fischarten, Säugetieren und Reptilien. Nach wie vor leben Anakondas, Elektrofisch und Stachelrochen in ihm. Das Baden im Amazonas ist wegen des vielen Treibholzes, der Strudel und der Unterströmung nicht oder nur für geübte Schwimmer ratsam. Auch die direkten Uferbänke sind nicht ungefährlich. Erwachsene Peruaner gehen aus Prinzip nicht im Fluß baden. Wegen des mitgeführten Schlammes herrscht bereits ab einem halben Meter Dunkelheit. Große Schiffe, die im Fluß sinken, verschwinden auf Nimmerwiedersehen.

 

Sicherheit

Peru ist ein sehr armer und in weiten Teilen bildungsloser Staat. Der Bevölkerung erscheint der im Fernsehen veranschaulichte Reichtum der „Gringos“ wie ein Traum. Dennoch stirbt niemand an Hunger. Beinahe alle Menschen stehlen heimlich, sie bestehlen einander auch in der Nachbarschaft. Es gibt in dieser Hinsicht keine moralischen Schranken. Deshalb sollten alle Wertgegenstände weggesperrt werden. Im Bundesstaat Loreto gibt es wenig Überfälle, und wenn, dann ohne Körper-Verletzung. Der Peruaner im Amazonastiefland ist nicht gewalttätig. Zu den Verhaltensregeln wird im Einzelnen noch vor Ort eingegangen. Als Vorweghinweis: Geldwechselung auf der Straße ist nur empfehlenswert in Anwesenheit des Reiseleiters, da ansonsten hohes Risiko, massiv übervorteilt zu werden. In Würdigung der Vorfälle, die Dr.Himmelbauer im Bereich des Honorarkonsulats von Iquitos und durch das Leben vor Ort bezeugen kann, wird von Individualreisen nach Peru ohne genügende Absicherung oder Erfahrung im Allein-Reisen abgeraten. Für den Einheimischen, besonders die Kinder, sind Weiße immer noch Ankömmlinge von einem anderen Stern, deren Haut scheu befühlt wird. Es gibt für ein Dorfmädchen keinen schöneren Traum als mit einem „Gringo“ verheiratet zu werden und ihm in sein Land zu folgen. Die Männer des Dorfes, echte Machos, werden beim Anblick allein reisender blonder Frauen geradezu verrückt und drücken ihre Verzückung unverhohlen aus. Es kommt jedoch nicht zu Übergriffen, sehr wohl aber zu Angeboten. Die HIV-Rate ist in Iquitos – bedingt durch illegale Prostitution und hohen Homosexuellenanteil – nennenswert.
Vergessen Sie nicht, an sicherer Stelle eine Fotokopie Ihres Reisepasses sowie Aufzeichnungen über die Nummern Ihrer Kredit- bzw. Bankomatkarten und der Reiseschecks sowie der Telefonnummern mitzuführen, die Sie im Notfall anrufen müssen. Sie können diese Informationen in Iquitos nochmals fotokopieren und beim örtlichen Honorarkonsul oder bei mir deponieren.

Geld

Handelsbasis ist der US-Dollar, der gegenwärtig (2017) zu 3,28,- Soles eingewechselt wird. Ein Sol sind 100 Centimos. Das Preisniveau in Peru ist seit Jahren relativ stabil, Folge der Abschottungs-Politik der peruanischen Nationalbank. Die Bankspesen sind hoch. Der Euro wird zu einem verminderten Kurs akzeptiert, da mit ihm in Loreto kein Handel betrieben wird. Kreditkarten sollten wegen des hohen Mißbrauchsrisikos auf keinen Fall nach Peru mitgenommen werden. In Iquitos gibt es Geldautomaten (bevorzugt jene im geschützten Kassaraum der BCP an der Plaza de Armas), von denen Sie mit den normalen „Maestro“-Bankomatkarten spesenfrei, am besten Dollars, bis zu einem von Ihrer Hausbank festgesetzten Tages- und Wochenlimit abheben können. Klären Sie dieses für Peru bitte vor der Reise. Die „Cajeros“ von Global Net verlangen Spesen von 3,5% vom Abhebungsbetrag. Das ist doch nennenswert.

Logistik

Anreise über Lima. 12 Stunden Direktflug von Europa: Amsterdam (KLM), Madrid (Iberia oder LAN), Paris (Air France). Billigere, jedoch deutlich längere Flüge über Caracas (Lufthansa), Bogotá (Lufthansa, Air Europe u.a.) oder Panama City. Von Panama aus gehen neuerdings zwei Mal pro Woche Direktflüge nach Iquitos mit Copa Airlines, Stand 2017. Man erspart sich damit den Umweg über Lima, was u.U. interessant sein kann). Abholung in Lima durch ein Privattaxi des Gästehauses Kayser, das mit uns befreundet ist. In Sonderfällen (bei Patienten oder bei Gruppen) steht Dr.Himmelbauer am Airport Jorge Chávez.

► Gästehaus Rudolf Meyer Kayser (ein guter deutscher Freund seit vielen Jahren): Calle Arturo Lecca 133, Surco, Lima. Telefon Fixnetz: 0051-1-4471808; Handy: 0051-997350772. E-Mail: rudmeyer@ec-red.com

Weiterflug am nächsten oder übernächsten Tag nach Iquitos (1,5 Flugstunden; Abflug von Lima mit Peruvian Airlines um 06:20). Danach mit dem Schnellboot eine gute Stunde flußaufwärts nach Tamshiyacu. Einkehr im Haus von Dr.Himmelbauer, Deponierung von Wertsachen und Reisepaß im Tresor. Stärkung. Anziehen von Marschkleidung. Fahrt in den Dschungel mit Rikscha-Taxis, sodann 30-minütiger Fußmarsch nach Otorongo.

Iquitos ist eine aufstrebende Stadt in Äquatornähe (4° südlicher Breite) mit etwa 450.000 großteils armen Einwohnern, Hauptstadt des Bundesstaates Loreto. Zwei große überregionale Krankenhäuser finden sich hier ebenso wie die nationalen Vertreter Deutschlands und Englands. Mehrere Flüge täglich nach Lima (Peruvian Airlines, LAN, Star Peru, Avianca). Ein hervorragendes Internetcafé („El Cyber“) in der Putumayo, Cuadra Tres. Sowohl in Iquitos wie in Tamshiyacu haben Sie internationalen Handy-Empfang. Telefongespräche nach Europa per Internet sind jedoch die bei weitem billigste Variante: 20 Euro-Cent/Minute. Tamshiyacu zählt etwa 6.000 Einwohner, der Großteil Kinder, und genießt wegen seiner Schulen, der privilegierten, hochwassergeschützten Höhenlage und wegen des lokalen Krankenhauses überregionale Bedeutung. Internet-Anschluß im Haus von Dr.Himmelbauer. Der gesamte Bezirk Fernando Lores zählt etwa 50.000 Einwohner, 18.000 davon wahlberechtigte Erwachsene. Im Kloster Otorongo hingegen gibt es, was allen Besuchern wohltut, keinerlei Strom und auch keinen Handy-Empfang. Fiestageräusche aus dem 11 km entfernten Dorf dringen nur bei Nacht und bei entsprechenden Windverhältnissen gedämpft bis zu uns. Alle Anlagen (Küche, Schlafhaus, Bungalows, Toilette, Hütten des Personals, Zeremonialgebäude) sind aus Holz mit Palmendächern. Man schläft in Holzbetten auf leintuchbespannten Matratzen mit Polster und Decken. Das Bett ist von einem Moskitonetz eingehüllt. Das Essen ist für peruanische Verhältnisse absolut luxuriös, mit tendenzieller Bevorzugung der vegetarischen Küche. Auf Wunsch können zur spirituellen Vertiefung auch Diäten gehalten werden.

Kosten

  1. Ticket Europa – Lima und zurück vom Reisenden selbst zu buchen.

  2. Einmalige Logistikpauschale in Peru (alle Inlandsflüge, Übernachtungen und Transporte: 300,- €.

  3. Tagespauschale (je nach Anzahl der Reisenden und Dauer des Aufenthaltes): Zwischen 75,- und 99,- €.

  4. Tagespauschale bei Diäten und Lernprojekten zwischen 55,- und 75,- €.

  5. Tagesspauschale bei Genesungsanliegen: Zwischen 100,- und 150,- €.

Zu bezahlen entweder direkt vor Ort (Äquivalent in US-Dollar) oder über Bankverbindung in Österreich.