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Basel - Peru 6  

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 Rolf
(@Rolf)
Mitglied
Beigetreten: vor 11 Jahren
Beiträge: 8
12/05/2010 11:30 am  

Wie lange ist es nun her seit ich in Peru war, Ende Juni 4 Jahre? Einerseits eine kurze Zeit, anderseits auch eine sehr lange Zeit, denn so viel ist in der Zwischen-Zeit geschehen. Längstens wollte ich wieder in Peru sein, dort zwischen den Bäumen, im Dschungel in der feuchte Hitze, und doch ist alles anders gekommen. Wenig hat mich in meinem herausfordernden Leben auf eine bestimmte positive Weise so geprägt wie diese Reise, so viele Spuren hat es in mir hinterlassen, in einer ähnlichen Qualität wie damals meine drei Wochen in Guatemala. Und mein Sehnen nach Peru, nach dem Dschungel, den Menschen, das Ayahuasca, ist ungebrochen, es wird gar nicht anders gehen, als in absehbarer Zeit wieder in das Flugzeug zu steigen.

Obwohl ich damals mit dem Wunsch nach Heilung in den Dschungel gereist, nach mehr Wissen über mich selber und meinen Lebensweg, habe ich nicht wirklich viel von dem dort gefunden. Und doch bin ich dem Weg gefolgt der sich mir dort aufgetan, oder noch mehr geöffnet hat und ich verfolge ihn mit Auf's und Ab's bis heute. Statt mehr Gesundheit, bin ich seither nur noch kranker geworden und doch ist es so, dass sich dadurch tiefere Schichten meiner Seele geöffnet haben, die nach wie vor erkannt, geheilt und verwandelt werden wollen.

Ob es tatsächlich so ist, dass wir alle eine Lebensaufgabe haben sollen die wir mit auf diese Welt bringen weiss ich nicht, ich bezweifle es manchmal. Aber offensichtlicher ist es für mich anzunehmen, dass sich eine Lebensaufgabe aus unserem alltäglichen Leben ergeben kann, wir einen Sinn für unser Leben finden und wenn wir wollen und uns dafür einsetzen, unser Leben und im besten Fall auch das Leben anderer, dadurch bereichert wird. Peru, die ganzen Umstände die sich dort ergeben habe, die Menschen und das Ayahuasca, haben mein Leben bereichert, mir Einsichten, Eindrücke und Visionen geschenkt, mich erweitert und tun dies bis heute. Aber einfach, einfacher, ist es dadurch nicht geworden, aber sicher interessanter!

Aber ich denke dabei daran - man lese dazu die vorangegangenen Berichte -, dass eines der Tiere das ganz offensichtlich meinen Weg kreuzte, in meiner ersten Nacht im Dschungel die Schlange war und diese seither ganz offensichtlich am wirken ist. Und eines meiner Hauptthemen ist Heilung und Heilung in meinem Fall heisst sich häuten, sich reinigen, sich häuten und nochmals sich reinigen. Alter Schmerz, ungesunde Identifikationen, blockierende Symbiosen, Einengendes, beschränkende Vorstellungen, alles will weg um den Fluss des Lebens in mir wieder freier, frei zu machen. Aber damit dies geschehen kann, wird oft zuerst alles noch schlimmer, es drückt und mahlt in mir, es ist, als ob die Schlange sich unter Qualen und Winden von ihrer alten Haut befreien muss. ........................

Ich meine, auf eine gewisse Weise war das in Peru, dort im Dschungel, beschränkt auf das Nötigste, aber in Begleitung und mit Unterstützung, ein relativ einfacher wenn auch ein herausfordernder Prozess. Hier im Stadt-Dschungel, im Dschungel des Westens, im Konsum-Dschungel, umgeben von Menschen die alles andere als noch im Einklang mit der Natur sind, ist dieser Heilungs-Weg eine fast brutale Herausforderung für mich geworden. Es gibt hier keinen Curandero um's Eck, keine Ayahuasca-Zermonien an denen ich regelmässig teilnehmen könnte, kein Schamane der mich fachkundig und bestärkend durch Diäten begleitet, nichts von all dem. Ebenso haben hier die meisten Menschen keine Ahnung von Geistern und Kräften, wie man diese ruft, mit ihnen arbeitet und etwas bewegt.

Dieser Weg ist für mich ein einsamer Weg geworden, ein steiniger Weg und so ist es nicht verwunderlich, dass mich immer wieder das Fernweh, das Heimweh nach Peru plagt und packt. Dann schaue ich mir Fotos an, surfe im Dschungel des Internet, oder ich versenke mich in die Meditation, stimme mich auf das ein was ich dort im grünen Dschungel erlebt und erfahren habe, das was indirekt als Seelennahrung in mir hinterlegt wurde um Durststrecken zu überwinden. ............ und eines ist sicher, beim Träumen soll es nicht bleiben, ich weiss genau, dass ich dort 'erwartet' werde.


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