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Yushintaita July 20...
 

Yushintaita July 2006  

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(@Anonymus)
Mitglied
Beigetreten: 18 Jahren zuvor
Beiträge: 117
12/10/2006 7:54 pm  

😀 Mit diesem Beitrag m?chte ich zum einen ein Versprechen einl?sen, welches ich nach der tiefen Erfahrung in Yushintaita Dr. Himmelbauer gegeben habe und zum anderen eine m?glichst differenzierte Analsye meines dortigen Aufenthaltes geben, der vom 8 bis 23.7.06 stattfand.
Ich tue dieses in der Hoffnung, das andere Menschen vielleicht etwas von meiner Erfahrung profitieren und bereichert werden k?nnen. Desweiteren hoffe ich, dass meine Erfahrung ein weiteres kleines Mosaikteilchen sein kann, welches dem gro?en Gesamtmosaik des s?damerikanischen Shamanismus im allgemeinen, sowie der wunderbaren Arbeit von Don Agustin und Dr. Himmelbauers im besonderen, eine weitere leuchtende Farbe hinzuf?gen kann.

Daher wird dieser Beitrag etwas Zeit und Raum in Anspruch nehmen und wer ihn lesen m?chte, m?ge sich vielleicht bei einer Tasse Tee ebenfalls Zeit und Musse nehmen, ihn auf sich wirken zu lassen.
Sollte dieser Beitrag eine Diskussion und Lust auf Antworten in Gang setzen, w?re ich dar?ber erfreut.

Es sind nun knappe drei Monate vergangen, seit ich aus Camp Yushintaita zur?ckkehrte nach Deutschland, zur?ckkehrte aus einer magischen Welt in der "Wunder" geschehen k?nnen, in eine Welt in der Rationalismus und Intellektualismus jeden Zugang zu " Wundern " wenn auch nicht unm?glich gemacht, aber doch zugesch?ttet haben.

Bewusst habe ich mir diese Zeit der Verarbeitung und des Sacken lassens meiner Erfahrung genommen bevor ich sie nun hier vorstelle.
Erfahrungen dieser Art und Berichte dar?ber gibt es mittlerweile sehr viele, in unterschiedlicher Qualit?t und zun?chst war es mir wichtig klarzubekommen, ob das was ich beitragen kann, wirklich ein Herzensbed?rfnis ist und zum zweiten, nicht nur eine Art von Wiederholung dessen, was schon so viele in anderen Worten, mit ihren Qualit?ten ausgedr?ckt haben.
Diese Klarheit habe ich nun erreicht.

Weshalb kam ich ?berhaupt nach Camp Agustin?
Von Agustin im besonderen und vom Shamanismus im allgemeinen wusste ich schon l?nger und ganz lange, denn mit dem Shamanismus hatte ich mich theorethisch schon seit Jahren immer wieder mal befasst, auch bescheidene eigene praktische Erfahrungen gemacht, wie zb. bei dem leider schon verstorbenen Don Eduardo Calderon.
Daher waren mir auch die Heilpflanzen des Amazonas kein v?lliges R?tsel, ja speziell vor Ajahuasca hatte ich trotz oder gerade wegen, viel gelesener Literatur
sehr gro?en Respekt, und Ajahusaca erschien mir eine Erfahrung zu sein, f?r die mein Geist nicht gro? genug w?re.
Dann erhielt ich im Januar 2005 die niederschmetternde Diagnose einer schulmedizinisch unheilbaren Krankheit und quasi paralell dazu, sah ich das Wirken Don Agustins in einem Film von Clemens Cuby. Ich sah ihn und es war klar, ich will dahin.
Dennoch ben?tigte ich noch ein und ein halbes Jahr bis ich schlie?lich im Zug sass, der mich zum Flughafen brachte und als ich in diesem sass, f?hlte ich mich eher wie jemand der zu seiner eigenen Beerdigung f?hrt, als zu einer hoffnungsvollen Heilungszeremonie. In dieser langen und f?r mich notwendigen Vorbereitungszeit las ich viele Berichte von Menschen die bei Agustin waren und Heilung fanden, traf mich auch pers?nlich mit Menschen, die bei ihm waren und dort Heilung fanden, von teilweise unheilbaren Erkrankungen ( laut Schulmedizin ).
Sehr viel Unterst?tzung erhielt ich auch von Freunden und Lebensgef?hrtin, wobei auch kritische Fragen kamen, was ebenfalls sehr wichtig war, auch um eigene ?ngste nicht wegzudr?cken und um ehrlich die eigene Motivation immer wieder zu ?berpr?fen.

Alle ?ngste waren jedoch wie fortgeblasen, als ich im ersten Flieger sass, und als ich mit der kleinen Maschine ?ber dem Dschungel von Iquitos kreiste, durch einen goldstrahlenden Himmel flog, unter mir den Amazonas und wusste, endlich in wenigen Minuten am Ziel zu sein, nach 30 Stunden reise, da war nichts anderes mehr da als pures Gl?ck und reinste Freude ?ber dieses Geschenk.

Zu meiner gro?en ?berraschung wurde unsere sehr kleine Gruppe am Flugplatz in Iquitos von Don Agustin pers?nlich abgeholt. in Begleitung Dr. Himmelbauers.
Abends gingen wir alle gemeinsam in dem wilden, lebendigen Iquitos essen und konnten so ein erstes Kennen lernen in angenehmer Atmosph?re verbringen.
Etwas unangenehm empfand ich dann die Tatsache, das wir am n?chsten Morgen sehr fr?h und in wie ich empfand wilder Hast durch Iquitos rannten, um Aktivit?ten wie Geldwechseln und Fr?hst?cken zu erledigen. Keine Chance ,etwas zu verschnaufen und erstmal zu realisieren, das ich hier immerhin direkt am Amazonas herumstreunte.
Also immer hinterher im D Zug Tempo hinter Dr. Himmelbauer, der sich schon in den ersten Minuten als zwar anstrengender aber perfecter Organisator herausstellte.
Die etwa einst?ndige Bootsfahrt ?ber den Amazonas nach Tamshiyacu,die dann Vormittags begann, entsch?digte dann f?r alles und das Eintreten in die heiligen Hallen von Camp Yushintaita war einfach nur noch pures Gl?ck.
Die Tatsache erstmal ankommen, ausruhen und in einem wunderbaren Teich mit herrlichem Wasser baden zu k?nnen, im ?brigen auch.

Ich m?chte nun versuchen, etwas knapper zu werden und zun?chst zu schildern wie ich den Menschen Don Agustin erlebt habe.
Nach einem Tag Verschnaufpause und Ankommen k?nnens lud uns Don Agustin ein, zu einer gro?en Vorstellungsrunde in derer er seine Arbeit vorstellte und er wissen wollte, was jeder einzelne von uns ?ber Shamanismus wisse. Diese mehrere Stunden lange Runde empfand ich als gute Heranf?hrung an eine mehr als intensive Zeit und bereits hier nahm ich Don Agustin als Menschen wahr, der mit allem was er tut, versucht, die Gedankenmuster die Mensch in sich geh?tschelt, gehegt und gepflegt hat in Aufruhr zu bringen und zu verwirren, insbesondere durch die " wilden " Geschichten die er da schon aus seinem reichen Erfahrungsschatz pr?sentierte.
In allem was er tat, erlebte ich ihn einerseits als " Verr?ckten " im positiven Sinn des Wortes. Verr?cken, etwas fortschieben, um eine neue Sicht zu gewinnen, gleichzeitig als absolut witzigen und warmherzigen Menschen, der immer sehr flexibel mit den unterschiedlichen Bed?rfnissen der Gruppenteilnehmer, umging.
Beispielsweise akzeptierte er, das zwei unserer Gruppe bereits nach der ersten Erfahrung mit Ajahuasca die freiwillig begonnene Di?t brachen, obwohl er es lieber gesehen h?tte, das wir durchhalten.
Ich pers?nlich, hatte nach der ersten Ajahuascazeremonie jedoch das starke Gef?hl. das ich die Kraft und Energie guter Ern?hrung dringend als Unterst?tzung brauchte und es war die richtige Entscheidung.
In den Zeremonien selber, erlebte ich ihn als absolut pr?senten, kraftvollen Shamanen, der in jeder Situation in der es n?tig schien, eine wunderbare und kraftvolle Hilfe war und der mit seinen wunderbaren und immer wieder ?berraschend unterschiedlichen und oft sehr lustigen Jicarros in mir und soweit ich es aus den Erfahrungen der anderen Teilnehmer beurteilen darf, auch in diesen tiefe, hohe und weite R?ume f?r Begegnungen mit der eigenen Seele schuf.
Als sehr angenehm erlebte ich die Tasache, das die Teilnehmer in den Zeremonien die auf die erste folgten selber bestimmen konnten, wieviel Ajahuasca sie einnehmen wollten, was ich insbesondere f?r mich als sehr hilfreich empfand.
Wobei die ganze Erfahrung der 11 Tage im Camp zeigte, das letztendlich nicht die Menge des Ayahuasca allein f?r die Tiefe der Erfahrung die ein Teilnehmer machen kann zust?ndig ist, sondern auch und dieses vielleicht vor allem, die psychisch-seelische ?ffnung des Teilnehmenden.
Dr. Himmelbauer erkl?rte, Mama Ayahuasca w?rde jedem das geben, was gerade angesagt w?re.
Noch einmal zur?ck zu Don Agustin und seiner Art. Fast jeder Tag brachte ?berraschungen, sei es, das er uns pl?tzlich mitten im Gespr?ch zu gymnastischen ?bungen aufforderte, sei es, das wir aufbrachen, um im Amazonas mit Delphinen zu schwimmen, die Agustin rufen wollte, wir uns aber pl?tzlich auf der anderen Seite des Amazonas wiederfanden, mitten in einer Wanderung durch unwegsames Sumpfgebiet, mit langen Stecken bewaffnet, um uns den Weg zu vereinfachen und vor eventuellen Schlangen zu sch?tzen.
Das alles war ein st?ndiges entt?uschen von Erwartungen und erforderte hohe Flexibilit?t und immer neues sich Einlassen auf unerwartetes. Genau das macht shamanische Arbeit aus. Gewohnheiten brechen, keine gedankliche und andere Bequemlichkeit aufkommen lassen.
Das bedeutet, das der ganze Aufenthalt in Yushintaita ein immer neues ?ber Grenzen gehen dastellt und das sehe ich pers?nlich als eine Herausforderung an, die jedem gestellt wird, der Camp Agustin aufsucht.
F?r sich selber den pers?nlichen Weg zu finden, ?ber Grenzen zu gehen, neues in sich zu entdecken, auch bereit zu sein, sich schwierigem und auch leidvollem zu stellen, denn zb. die Reinigungszeremonien mit Oje sind das Gegenteil von lustig und angenehm. Gleichzeitig aber auch immer wieder zu ?berpr?fen, ist es jetzt in diesem Moment noch richtig f?r mich, weiter ?ber Grenzen zu gehen? Gehe ich jetzt noch in die n?chste Zeremonie, gehe ich auf Dschungeltour, oder ben?tige ich jetzt Pause, sacken lassen, um dann mit neuer Kraft weiterzugehen?
Don Agustin wie auch Dr. Himmelbauer habe ich als Meister darin empfunden, die Teilnehmer zu motivieren, weiter zu gehen, immer wieder neu auf die eigene Kraft zu vertrauen, insbesondere mich hat Dr. Himmelbauer immer wieder sicher durch alle Zweifel gef?hrt und motiviert zu vertrauen, und die eigene Verantwortung zu ?bernehmen. Was aber eben auch bedeuten kann, zu sagen, jetzt brauche ich einen Tag ausklinken und mich im Teich suhlen bis mir Schwimmh?ute wachsen.

Auch das habe ich wohltuend erlebt, das dieses von allen vorbehaltlos akzeptiert wurde. Als ich an der zweiten Zeremonie nicht teilnahm, war dieses weder ein Problem f?r Don Agustin, noch f?r Dr. Himmelbauer, noch f?r die Gruppe und auch am Erfahrungsaustausch am Tag nach der Zeremonie konnte ich problemlos teilnehmen.
Gerade der Erfahrungsaustausch nach den Zeremonien, die Erfahrungen der anderen und das Beantworten der anstehenden Fragen, war f?r mich ein wichtiger
Bestandteil, der Mut und Kraft gab, in die weiteren Zeremonien einzutauchen.

Noch einige Worte zu den eigentlichen Ajahuascazeremonien. Meine erste Zeremonie war schrecklich, schrecklich, schrecklich. Ich ging durch einen massiven k?rperlichen, psychischen und spirituellen Reinigungsproze? und als ich damit durch war, dachte ich nur noch. Das wars. Nie wieder.Du hast dich ?bernommen. Die Unterst?tzung w?hrend dieses Prozesses von Don Agustin und Dr. Himmelbauer war unbeschreiblich und half mir hindurchzugehen.
Doch es war mein Proze?, und f?r keinen anderen der Gruppe gab es so harte Erfahrungen. Es stand bei mir einfach an, f?r andere stand anderes an.
Es ist nicht zwingend, das solch heftige Erfahrungen gemacht werden m?ssen.
Ich f?hlte mich zwar,nach der Erfahrung mehr tot als lebendig.doch 12 Stunden sp?ter hatte ich soviel Kraft, das ich zu einer Dschungeltour aufbrechen konnte.
Alle folgenden Ayahuascazeremonien die folgten waren vollkommen frei von Leid,
schenkten mir tiefe Erfahrungen von Kraft, Licht, Verbundenheit, Liebe.
Was ich damit sagen m?chte ist folgendes. Es ist wichtig nicht aufzugeben, nicht stehen zu bleiben, wenn eine Erfahrung hart gewesen ist. Es lohnt sich weiterzugehen, das Geheimnis von Mama Ayahuasca weiter zu erforschen, sich selber weiter zu erforschen.

Immer wieder h?rten wir in dieser Zeit den Satz." Egal, wie schlecht es euch gerade geht, wenn ihr das Camp verlasst, werdet ihr euch f?hlen wie neu geboren"
Dieser Satz ist war!
Als ich ging, ging ich gef?llt mit Kraft und Zuversicht. Ob ich geheilt bin von meiner Erkrankung, wie mir gesagt wurde, wei? ich nicht, die Zukunft wird es zeigen, aber heiler bin ich geworden in vielerlei Hinsicht und in einem Proze? von Vertrauensverlust und Vertrauen wiederfinden, habe ich die Kraft meiner Seele und meines Geistes kennenlernen d?rfen. Einer Kraft die ich so nicht erwartet h?tte.
Im Laufe der Monate nach dem Camp sprach ich mit verschiedenen Teilnehmern unserer Gruppe. Bereits im Camp hatten alle einstimmig positive Bilanz gezogen, trotz vollkommen unterschiedlicher Erfahrungen.
Bei denen mit denen ich sprach, 80 % unserer Gruppe, ist diese positive Bilanz geblieben.

Ich bin dankbar f?r die Arbeit die Don Agustin, Dr. Himmelbauer, und unsere Gruppe geleistet haben. Ich bin dankbar f?r die unglaubliche Unterst?tzung meiner Freunde und meiner Partnerin und ich danke den Kr?ften in mir die mir die Kraft gaben, mich auf Yushintaita einzulassen.
Dort hinzugehen lohnt, wenn Mensch bereit ist, neues zu lernen, viel zu geben, wenn die Schulmedizin nicht weiter wei?, oder wenn Mensch lernen will.
Dort k?nnen " Wunder " geschehen. Es ist meiner Ansicht nach ein harter Weg, aber es lohnt, ihn zu gehen.


Zitat
(@renate)
Mitglied
Beigetreten: 13 Jahren zuvor
Beiträge: 5
17/10/2006 10:53 pm  

hallo!

ein sch?ner, interessanter beitrag, so stell ich mir yushintaita vor ? der beitrag hat mich bewogen mich zu registrieren und zu antworten.

? vor allem der schluss "ein harter weg, aber es lohnt, ihn zu gehen.

wir sind erst seit ein paar tagen zur?ck.

f?r meinen lebenspartner war ? ist! ? es die letzte hoffnung ? seit l?ngerem schwer krank, lt schulmedizin austherapiert, unheilbar, der film "die n?chste dimension" hat ihm hoffnung und die antwort-mail's von herrn dr. himmelbauer haben die letzten zweifel beseitigt und mut gemacht.

leider war seine anreise bereits zu kraftraubend f?r ihn, ayahuasca hat er k?rperlich gar nicht gut vertragen (die schulmed. therapien ? chemo + antik?rper - ?ber monate/jahre haben gewaltige spuren hinterlassen). ob es zu sp?t f?r ihn war ? oder f?r seine mitpatienten zu fr?h nach ihrer schweren operation? ist es nur f?r den 3. patienten, der sein ganzes leben noch vor sich hat, der richtige zeitpunkt? wer wird das jemals sagen k?nnen?

auf anraten von herrn dr. himmelbauer bin ich meinem lebenspartner nach 2 wochen sozusagen nachgereist. es war, wie er es im mail ausdr?ckte ein ausnahmezustand, der alle beteiligten forderte.

und es war gut so. herr dr. himmelbauer ist nicht nur ein sehr guter organisator, reiseleiter, dolmetscher etc. er hat "das" richtige gef?hl f?r menschen wie es heut zu tage so selten vorkommt?. 2 tage waren wir gemeinsam im camp otorongo, f?r mich eines der sch?nsten fleckchen unserer erde, leider mussten wir unseren dortigen aufenthalt f?r eine kurzfristige unumg?ngliche ?rztl. behandlung im krankenhaus von iquitos abbrechen. damit mein lebenspartner f?r die heimreise wieder zu kr?ften kam, verbrachten wir die restlichen tage bei familie himmelbauer.

ob ayahuasca, die zeremonien, seine visionen etwas bewegt haben, bewegen werden, wird erst nach und nach feststellbar sein. don augustin meinte, er kann gesund werden, aber es w?rde ein langer harter weg werden. aber eines stellten wir bereits w?hrend unserer tage im hause himmelbauer fest, die liebevolle aufnahme, die selbstlose zuneigung, und doch fr?hliche umgang mit uns, und auch diese harmonie die zu sp?ren war, das hat ihm, uns, sehr viel gegeben, ein neues sehen ? ein noch tieferes miteinander.

es war ein anderes, vermutlich un?bliches yushintaita, aber es hat sich jetzt schon gelohnt diesen weg zu gehen ? wunder geschehen selten, aber sie geschehen!
.


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